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<title>Die Entstehung des Mondes</title>

<meta name="description" content="Die Entstehung des Mondes und die Geschichte der Theorien zur Mondentstehung">
<meta name="abstract" content="Die Entstehung des Mondes und die Geschichte der Theorien zur Mondentstehung">
<meta name="keywords" content="Entstehung,Mond,Charon,Pluto,Erde,Miranda,Uranus">

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<h1>Die Entstehung des Mondes</h1>
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<img src="images/Erde_und_Mond.jpg" width="600" height="250" alt="Der Mond als Materie-Ring um die Erde">
<br>
<font size="2">Am Anfang bewegte sich der Mond als Materie-Ring um die Erde (Artwork ESA)</font>
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Die Entstehung des Mondes ist ein Problem das Generationen von
Forschern beschäftigt hat. Erst in den letzten Jahren ist mit Hilfe
von Computersimulationen eine schlüssige Lösung erarbeitet worden, die
die beobachteten Eigenschaften des Mondes und sein besonderes
Verhältnis zur Erde erklären kann.
<br><br>
Ein Grundproblem zum Verständnis der Entstehung des Mondes ist dessen
Zusammensetzung und dessen Aufbau im Verhältnis zum Planeten. Die
Mondkruste und die äußeren Schalen der <a href="http://erde.planetologie.de/" title="Planet Erde">Erde</a>, Kruste und Mantel, sind
auffälligerweise sehr ähnlich aus silikatischen Gesteinen
zusammengesetzt, so dass der Mond chemisch bis auf das fehlende
Wasser so weit mit der Erde verwandt ist, dass er kaum, wie früher
gedacht, ein von aussen eingefangener Himmelskörper sein kann.
<br><br>
Einer gemeinsamen Entstehung aus dem planetaren Nebel des frühen
Sonnensystems, wie sie eine weitere inzwischen verworfene Hypothese
befürwortete, steht jedoch die in Relation zur Erde wesentlich
geringere Dichte des Mondes entgegen. Ihm fehlt die Masse an
schwereren Elementen, insbesondere der für die Erde typische
Eisen-Nickel-Kern, den er haben müßte, wäre er gleichzeitig mit der
Erde entstanden.
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<img src="images/Aufbau_von_Erde_und_Mond_im_Vergleich.jpg" width="531" height="221" alt="Aufbau von Erde und Mond im Vergleich">
<br>
<font size="2">Aufbau von Erde und Mond im Vergleich, dem Mond fehlt der schwere Eisenkern und das Wasser, etwa maßstäblich - &copy; hsu 2007</font>
<br><br></center>
Um diesen beiden Widersprüchen zu entgehen, wurde spekuliert, der
Mond habe sich von der Erde als großes Bruchstück abgespalten, manche
meinten gar, der Pazifik sei die hinterlassene Narbe einer solchen
Ablösung. Diese Hypothesen sind durch die Erkenntnisse der modernen
Geologie gänzlich widerlegt, der Pazifik ist ein typischer Ozeanboden
wie er durch plattentektonische Vorgänge entsteht und auch bei weitem
nicht gross und tief genug, um als Lieferant für die vergleichsweise
immense Masse des Mondes gedient haben zu können.
<br><br>
Erst im Zusammenspiel mit der langsam wachsenden Erkenntnis, dass die
Verhältnisse im frühen Sonnensystem ganz wesentlich chaotischer
gewesen sein müssen als heute, nach fast 5 Milliarden Jahren, in
denen sich ein stabiles Gleichgewicht zwischen den Himmelskörpern
eingestellt hat, konnte das Problem der Mondenstehung theoretisch
gelöst werden. Computersimulationen haben gezeigt, dass die Erde kurz
nachdem der Planetenkörper ("Gaia" genannt) weitgehend in einen
schwereren Kern und einen leichteren Mantel ausdifferenziert war, mit
einem etwa marsgrossen Himmelkörper ("Thaia" genannt) zusammenstiess.
Dieser kosmische Kataklysmus zerriss den auftreffenden Planetoiden
und sprengte die obersten Schalen der jungen Erde ab und schleuderte
sie in den umliegenden Raum, wo der größte Teil in die Erdumlaufbahn
ging, um sich später neu zum Mond zusammenzuballen. Diese Theorie
erklärt zwanglos die Bahn des Mondes und die Besonderheiten seiner
Zusammensetzung, die es erfordern, dass er mit der Erde verwandt sein
muss, ohne gleichzeitig mit ihr entstanden sein zu können.
<center><br>
<img src="images/Kollision_Gaia_Thaia.jpg" width="400" height="296" alt="Kollision der Thaia mit der Gaea">
<br>
<font size="2">Die Kollision der Thaia mit der Gaia liess den Mond entstehen (Artwork NASA)</font>
<br><br></center>
Woher die so genannte Thaia gekommen sein könnte, ist noch nicht
annähernd geklärt. Neueste Berechnungen zeigen, dass sich die
entsprechenden Massen für die Entstehung eines solchen Urplaneten
sogar auf der Erdbahn selbst an einem der Librationspunkte
(diejenigen zwei Punkte auf der Erdbahn, an denen sich die
Gravitation von Erde und Sonne gegenseitig aufheben) gesammelt haben
könnten und von dort dann durch relativ geringfügige Verschiebungen
in Richtung Erde zur Kollision getrieben worden sein könnten. Es
bestehen Überlegungen, Sonden zu den Librationspunkten auf der
Erdbahn zu entsenden, um dort nach Resten von Urmaterie zu suchen.
<center><br>
<img src="images/Entstehung_des_Mondes.jpg" width="398" height="480" alt="Theorie zur Entstehung des Mondes">
<br>
<font size="2">Bei der Kollision weggeschleuderte Materie ging in die Umlaufbahn und ballte sich zum Mond zusammen (NASA/JPL)</font>
<br><br>
<img src="images/Phasen_der_Mondentstehung.jpg" width="750" height="179" alt="Phasen der Mondentstehung">
<br>
<font size="2">Phasen der Mondentstehung: 1. kurz nach der Kollision 2. einen Tag später 3. einen Monat später - &copy; The Grape Project</font>
<br><br></center>
Vergleichbare Zusammenstöße größerer Körper muss es in der Frühzeit
des Sonnensystems häufiger gegeben haben, die sonst schwer erklärbaren
oder sogar rätselhaft auffälligen Eigenheiten einiger Planeten können
damit erklärt werden. Von der Sonne aus gesehen zeigt gleich die
deutlich exzentrische Bahn des Merkur und sein riesiger Eisenkern,
dass dessen Bahn durch eine Kollision verschoben und die leichteren
Schalen der Hülle um den Kern herum abgesprengt worden sein könnten.
Wo die verlorene Masse geblieben sein könnte, ist unklar, nach den so
genannten Vulkanoiden, einem hypothetischen Asteroidengürtel innerhalb
der Merkurbahn bei etwa 0,15 bis 0,18 AE von der Sonne wird intensiv
gesucht. Als nächstes wirft die retrograde Rotation der Venus die
Frage auf, ob eine entsprechende Kollision nicht die eigentlich zu
erwartende schnellere Rotation gebremst hat. Die Rotationsachsen von
Erde und Mars weichen deutlich vom senkrechten Winkel zu ihrer
Umlaufbahn ab, die des Uranus liegt sogar ganz auf der Seite,
vermutlich haben kosmische Treffer diesen Planeten regelrecht kippen
lassen. Des weiteren sind auf vielen Monden des äußeren Sonnensystems,
 insbesondere auf dem <a href="http://www.uranusmonde.de/miranda.html" title="Uranusmond Miranda">Uranusmond Miranda</a>, die Spuren globaler
Karastrophen erhalten. Miranda ist vielleicht sogar mehrmals
vollständig zertrümmert worden und hat sich aus den Trümmern später
wieder zusammengeballt.
<center><br>
<img src="images/Uranusmond_Miranda.jpg" width="295" height="299" alt="Uranusmond Miranda">
<br>
<font size="2">Uranusmond Miranda mit seinen wild zerklüfteten Terrains (NASA/Voyager)</font>
<br><br></center>
<center><br>
<img src="images/Geschichte_des_Mondes.jpg" width="469" height="164" alt="Geotektonisches Modell der Miranda">
<br>
<font size="2">Modell der Miranda, deren chaotische tektonische Struktur vermuten läßt, dass der Mond in seiner Geschichte
ein- oder mehrmals auseinandergesprengt wurde und die Bruchstücke ähnlich wie beim Erdmond später wieder zusammenfanden - &copy; hsu 2007</font>
<br><br></center>
<font size="1"><a href="../index.html">Meteoriten - Indexseite</a></font>
<br><br>
<font size="1"><a href="http://www.saturnmonde.de/titan.html">Saturn-Mond Titan</a></font>
<br><br>
<font size="1">&copy hsu 2005/2007</font>
<br><br>
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